Entwicklung der Seiko Kinetic Technologie – kinetische Uhren

Seiko-Kinetic-TechnologieNachdem sich der japanische Uhrenhersteller Seiko in den 50er und 60er Jahren mit Innovationen wie der ersten automatischen Armbanduhr und der ersten Quarzarmbanduhr der Welt international bereits einen Namen gemacht hatte, gab es ab den frühen 70er Jahren Überlegungen, die präzisen Uhrwerke mit einer noch energiesparenderen Technologie anzutreiben. Die revolutionäre Idee war dabei, die Energie selbst zu schaffen, die zum Betrieb der Uhr notwendig ist und damit unabhängig von Batterien oder einem regelmäßigen mechanischen Aufzug zu werden. Die Ingenieure entwickelten eine Technologie, die die alltäglichen Armbewegungen des Uhren-Trägers als Antrieb nutzt und die menschliche kinetische Bewegungsenergie in elektrische Energie im Räderwerk umwandelt. Vergleichbare Beispiele für diese effiziente Art der Energiegewinnung sind bei Wasser- oder Windkrafträdern zu beobachten, bei denen ebenfalls eine Bewegungsenergie (die des fließenden Wassers oder des Windes) in elektrischen Strom umgewandelt wird. Das Prinzip wurde für die Armbanduhr adaptiert und Ende der 80er Jahre als Automatic Generating System der Öffentlichkeit vorgestellt. Der winzige Generator im Uhrwerk wird durch Bewegung mechanisch angetrieben und versorgt eine aufladbare Batterie mit Strom. Um eine maximale Stromeinsparung zu realisieren, bleiben kinetische Uhren nach einer gewissen Zeit des Nichttragens stehen. Während diese Energiesparfunktion aktiv ist, zählt jedoch die Zeit weiter. Wird die Uhr wieder bewegt, aktiviert sich diese dank eines Schnellstarmechanismus rasch und stellt durch das Seiko Auto Relay System wieder die aktuelle Zeit ein.

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Seiko Kinetic Direct Drive als zweites Antriebssystem bei Armbanduhren

Seiko-Kinetic-Direct-Drive-als-zweites-AntriebssystemDurch das System des Auto Relay haben Seiko Kinetic Herrenuhren eine Gangreserve von mehreren Jahren. Die Gangreserve bezeichnet die Zeitspanne, in der noch Restenergie in der Speicherzelle der Uhr vorhanden ist. Neben der ressourcenschonenden Nutzung der Bewegungsenergie kann durch die Kinetic Direct Drive Funktion zusätzlich noch manuell Energie als erzeugt werden. Damit verlängert sich die Zeitspanne, in der die Uhr trotz fehlender Bewegung aktiv bleibt – von 24 Stunden bis zu einem Monat. Dies funktioniert wie bei rein mechanischen Uhrwerken. Die Automatikuhr wird dabei durch Drehen des Antriebsrades „aufgezogen“. Dazu findet sich bei der Seiko Kinetic im linken Bereich des Ziffernblatts die Direkt Drive-Anzeige, die über die verbleibende Energie in Tagen Auskunft gibt. Beim Drehen des Antriebsrades lässt sich die jeweils zuletzt erzeugte Energie durch den Ausschlag des Zeigers in Echtzeit ablesen. Lange, gleichmäßige Bewegungen erzeugen mehr Energie als wenige kurze Umdrehungen. Ist die Drehbewegung beendet, zeigt der Zeiger zunächst an, wie viel Energie zuletzt erzeugt wurde, dann wird die komplette Gangreserve angezeigt. Bis zu einem Monat Gangreserve kann so manuell aufgeladen werden. Neben den praktischen und ästhetischen Aspekten der Direct Drive-Anzeige auf dem Uhrenblatt wird auch das selbsttätige Aufziehen der Uhr oftmals als positiv wahrgenommen, stellt es doch eine direkte Interaktion zwischen Träger und Uhr dar. Ein Zusatz-Feature, welches eine Besonderheit unter den kinetischen Uhren darstellt.

Präziser ewiger Kalender mit Seiko Kinetic Perpetual

seiko-kinetic-perpetual-calendar-armbanduhrGerade eine klassische Kalenderanzeige spricht auf einer hochwertigen Automatikuhr optisch an. Seiko integriert die Anzeige harmonisch in das Ziffernblatt und übernimmt dabei mit Kinetic Perpetual die Funktionalität der kinetischen Uhren, um Tag, Datum, Monat und Jahr präzise anzuzeigen. Das System berücksichtigt dabei selbstverständlich auch die kommenden Schaltjahre. Herzstück der Technologie bei Seiko Kinetic Uhren ist ein Photo-Sensor, der den programmierten Kalender über Markierungen im Uhrwerk erkennt und damit das Datum für die gängigen Modelle bis 28. Februar 2100 korrekt anzeigt. Die Kinetic Perpetual Technologie harmoniert dabei zuverlässig mit dem Auto Relay System. Somit wird das Datum, genau wie die Uhrzeit, auch bei längerer Nichtnutzung der Seiko Kinetic Herrenuhr weitergezählt und nach Aktivierung durch Bewegung auf das aktuelle Datum eingestellt. Dies funktioniert über die gesamte Dauer der gespeicherten Energie. Ein Nachstellen der Armbanduhr muss ebenso nicht erfolgen, wie ein Austausch der Batterien.

Uhren mit verschiedenen Zeitzonen bequem nutzen mit Seiko Kinetic GMT

Gerade beruflich oder privat Vielreisende sind oft in mehr als einer Zeitzone unterwegs. Auch beim Überschreiten von Zeitzonen besteht der Anspruch einer präzisen Zeit- und Datumsangabe. Durch die Funktionalität von Kinetic GMT löst Seiko diese Anforderung passgenau: je nach Modell durch eine zweite 12- oder 24-Stunden-Anzeige innerhalb des Ziffernblatts. Für Weltbürger ist dies eine Zusatzfunktion mit einem echten Mehrwert. GMT steht als Abkürzung für die Zeitzone Greenwich Mean Time, die über das letzte Jahrhundert hinweg als Weltzeit galt, bis sie 1972 von der Koordinierten Weltzeit (UTC) abgelöst wurde. Der Begriff GMT-Uhr hat sich für die Uhren mit dieser Komplikation trotzdem bis heute etabliert. Das Einstellen der zweiten Zeitzone funktioniert bei der Seiko Kinetic einfach, schnell und unkompliziert über den Stundenzeiger, ohne dass die aktuell laufende Hauptzeit oder das empfindliche Uhrwerk beeinflusst werden. Über die GMT-Funktion lassen sich im Übrigen auch die Himmelsrichtungen, wie mit einem Kompass, bestimmen. Neben der Kinetic Perpetual-Anzeige setzt die GMT-Anzeige auch optische Akzente, die die Kinetic Uhren zu einem besonderen Hingucker machen.

Wie funktionieren Kinetic-Uhren?

Wie-funktionieren-Kinetic-UhrenKinetic-Uhren werden durch eigene Körperbewegungen angetrieben. Grundlage ist eine präzise Quarzuhr, deren Uhrwerk aus elektronischen und mechanischen Komponenten besteht. Rein mechanische Uhren müssen regelmäßig aufgezogen, bei elektronischen Uhren nach ein bis zwei Jahren die Batterien erneuert werden. Kinetische Uhren haben dagegen eine Besonderheit, nämlich einen eingebauten Generator. Dieser wandelt die kinetische Energie, die durch Körperbewegungen des Trägers freigesetzt wird, in elektrische Energie um und leitet diese an die winzige verbaute Speicherzelle weiter. Dank dieses Mikrobauteils haben Kinetic-Uhren eine Gangreserve von bis zu sechs Monaten. Diese Energiesparfunktion wurde von Seiko durch das Auto Relay System noch einmal ausgeweitet. Bei dieser Art Automatikuhr sind mittlerweile Gangreserven bis zu vier Jahren gängig. Werden Kinetic-Uhren eine gewisse Zeit nicht bewegt, bleiben sie stehen und versetzen sich selbst in den „Schlafmodus“. Während dieser Zeit wird die Zeit jedoch weiterhin gemessen. Auch nach mehreren Monaten in dieser Pause läuft die kinetische Armbanduhr danach problemlos weiter. Da sich in der Speicherzelle immer noch ein kleiner Teil an Energie befindet, startet die Uhr nach wenigen Bewegungen selbsttätig und aktualisiert Zeit und Datum.

Welche Vorteile haben kinetische Uhren?

Der wohl größte Vorteil, den kinetische Uhren haben, liegt in der energiesparenden Technologie der Seiko Uhr selbst. Das Uhrwerk macht sich normale Armbewegungen des Trägers zu Nutze, um selbst Energie bereitstellen zu können. Es läuft damit unabhängig von Batterien (bei elektronischen Uhren) oder vom regelmäßigen manuellen Aufzug (bei mechanischen Uhren). Ein Batterietausch ist bei kinetischen Uhren generell überflüssig, was sich in einer hohen Umweltverträglichkeit und Nachhaltigkeit der Uhren widerspiegelt. In Anerkennung dieser Innovation wurde die Seiko Kinetic Technologie bereits im Jahr 1989 mit dem Blauen Engel ausgezeichnet. Dieses Umweltzeichen wird in Deutschland regelmäßig an besonders umweltschonende Produkte und Dienstleistungen vergeben. Die Technologie ist weiterhin besonders leistungsfähig, da die Kinetic Uhren bereits durch wenige Bewegungen reaktiviert werden können. Durch den Schlafmodus und die ressourcenschonende Mechanik gelten die Uhrwerke zudem als besonders langlebig. Ein weiterer Vorteil ist die Kombination der Kinetic-Technologie mit der Präzision des verbauten Quarzuhrwerks. Anders als bei rein mechanischen Uhren bestehen bei dieser Art von Uhren kaum Gangabweichungen.

 

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