Was sind Totalisatoren bei Uhren?

chronographen-mini-ziffernblaetter-totalisatorenAnaloge Armbanduhren, die eine Stopp-Funktion haben, kommen in der Regel nicht mit einem einzelnen Ziffernblatt aus: Bei ihnen sind auf dem Hauptziffernblatt noch mehrere kleine Hilfs-Ziffernblätter aufgebracht. Diese bezeichnet man als Totalisatoren. Die kleinen Ziffernblätter bieten die Möglichkeit, Sekunden(-Bruchteile), Minuten und/oder Stunden anzuzeigen, was in erster Linie für die Stoppfunktion eines mechanischen Chronographen eine Rolle spielt.

Häufig sind bei Uhrenmodellen noch weitere Angaben auf dem Ziffernblatt abzulesen, wie zum Beispiel Auf- und Untergangszeit des Mondes, (Wochen-)Tage oder Monate. Diese Indikationen (Komplikationen) sehen einem Totalisator von ihrer Form her in vielen Fällen nicht unähnlich, werden aber stattdessen nach ihrer Funktion benannt und zum Beispiel als Kalendarium oder Mondphasen-Anzeige bezeichnet.

Die Anzahl der Hilfs-Ziffernblätter kann je nach Uhrendesign und Funktionen des Modells zwischen einem und vier variieren, wobei in den meisten Fällen drei kleine Ziffernblätter auf einem Chronographen zu finden sind. Bei ihrer Anfertigung und dem Werkseinbau ist vom Uhrmacher höchste Präzisionsarbeit gefordert, um die reibungslose Funktionalität zu gewährleisten. Die Anordnung der Mini-Ziffernblätter kann je nach Anzahl und jeweiligem Uhrendesign unterschiedlich sein.

Symmetrische Eleganz: die Tricompax-Anordnung bei Totalisatoren

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Sind drei kleine Zusatz-Ziffernblätter auf dem Hauptziffernblatt eines Chronographen zu finden, sind diese in der Regel V-förmig angeordnet. In diesem Fall spricht man von einer Tricompax-Anordnung. Dabei liegen die drei Mini-Ziffernblätter meistens auf Höhe von 3, 6 und 9 Uhr. Diese Anordnung ist die klassische Variante, die wegen ihrer Symmetrie als sehr ausgewogen und harmonisch empfunden wird. Deshalb ist sie auf vielen Uhren-Modellen bekannter Hersteller von Junkers über Breitling bis hin zu TAG Heuer zu finden. Abweichend gibt es bei einigen Modellen auch eine linkslastige Anordnung der drei Mini-Ziffernblätter in Höhe von 6, 9 und 12 Uhr, oder manchmal auch als umgekehrtes V in Höhe der Zeiten 9, 12 und 3 Uhr.

Benannt wurde die Tricompax-Anordnung nach dem Uhrenmodell „Tri-Compax“ der Schweizer Uhrenmanufaktur Universal Genéve, das 1936 zum ersten Mal gefertigt wurde. Auf diesem sind ebenfalls drei Zusatz-Zifferblätter für Sekunden, Minuten und Stunden in Höhe von 3, 6 und 9 Uhr zu finden sowie ein Kalendarium mit Mondphasenanzeige in Höhe der Zwölf.
Sind bei einer Uhr nur zwei Zusatz-Ziffernblätter vorhanden, die gegenüberliegend positioniert sind, spricht man von einer Bicompax-Anordnung.

Totalisatoren: unerlässlich für analoge Chronographen

Gerade bei Chronographen sind kleine Ziffernblätter ein wichtiger Bestandteil, da sie auch auf analogen Armbanduhren Stopp-Zeiten anzeigen können. Eins der kleinen Hilfs-Zifferblätter wird jedoch in der Regel für die Sekunden-Anzeige der Tageszeit genutzt. Bei Betätigung des Drückers zum Auslösen der Stopp-Funktion messen dann zwei weitere Mini-Ziffernblätter Minuten und Stunden, während ein schmaler, langer Stopp-Zeiger auf dem Hauptzifferblatt die Sekunden während des Stopp-Vorgangs misst. Dass die Sekunden der Tageszeitanzeige in der Regel über einen Totalisator statt über einen Sekundenzeiger auf dem Hauptzifferblatt laufen, hat häufig technische Gründe, die mit der mechanischen Konstruktion des Uhrwerks zusammenhängen.

Nutzt man den langen Stoppzeiger als regulären Sekundenzeiger, indem man ihn stetig laufen lässt, verbraucht sich die Gangreserve der Automatik-Uhr schneller und wird die Zeitmessung je nach Hochwertigkeit des Werks auch ungenauer. In einigen Variationen werden auf den Mini-Zifferblättern auch Zehntel- oder Zwanzigstel-Sekunden angezeigt – diese Genauigkeit ist bei rein mechanischen Chronographen schwer zu erreichen, weshalb in diesem Fall ein Quarzwerk die Messung unterstützt.

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