Uhren mit Minutenrepetition – wie funktioniert ein Repetitionsschlagwerk

Minutenrepetition – Uhrenliebhaber genießen die Akustik

Mechanische Uhren üben seit jeher einen besonderen Reiz auf Uhrenliebhaber aus. Dies gilt umso mehr, wenn die Uhr über eine akustische Zeitanzeige verfügt. Der Benutzer einer solchen Repetitionsuhr hat dann die Möglichkeit, sich die Uhrzeit über ein hörbares Signal, welches durch das Repetitionsschlagwerk ausgelöst wird, anzeigen zu lassen. Eine solche Einrichtung, bei welcher der Benutzer durch Betätigen eines kleinen Hebels oder Drückers die Zeit durch akustische Schläge mitgeteilt bekommt, nennt man eine Repetition. Bei diesem Repetiervorgang wird das Repetitionsschlagwerk in Gang gesetzt.

Unterschiedliche Ausführungen solcher akustischen Zeitmitteilungen führen zur Viertelrepetition, bei welcher die vollen Stunden und die Viertelstunden durch einen Repetiervorgang angeschlagen werden. Die Steigerung dieser akustischen Zeitanzeige stellt unzweifelhaft die Minutenrepetition dar, die es ermöglicht, die Stunden, die Viertelstunden und die Minuten hörbar anzuschlagen. Der Repetiervorgang wiederholt sich dabei so oft, bis die Anzahl Stunden, Viertelstunden und Minuten abgearbeitet sind. Die Minutenrepetition ermöglichte so, lange vor Einführung des elektrischen Lichtes, eine Zeitmitteilung auch bei Dunkelheit.

Das Besondere an der Minutenrepetition ist die Unterscheidung der Stunden-, Viertelstunden- und Minutenanzeige durch eine unterschiedliche Klanghöhe des Tones. Der Stundenton ist tief, der Ton für die Viertelstunden erfolgt durch Doppelschläge, und der Minutenton ist hoch.

Das Repetitionsschlagwerk – ein kompliziertes Uhrwerk

repetitionsuhrwerk-rechenschlagwerk-uhrDer Klang der Minutenrepetition eines Repetitionsschlagwerks erfordert eine hohe Präzision und viel Erfahrung des Herstellers. Der Hang zum Perfektionismus ist hier schon alleine deswegen notwendig, weil jemand, auch wenn er kein Uhrenfachmann ist, trotzdem heraushören kann, wenn auch nur ein Klang unsauber ist und damit einen Misston erzeugt. Um das Ziel einer perfekten Harmonisierung aller Klangtöne zu erreichen, bedarf es nicht nur einer genauen Kenntnis der mechanischen Abläufe. Darüber hinaus sind viele Versuche mit verschiedenen Legierungszusammensetzungen von bestimmten Einzelteilen, die den Klang erzeugen, notwendig, um deren optimale Zusammensetzung herauszufinden. Der eigentliche Klang wird durch Tonfedern erzeugt, die sich in der Repetitionsuhr befinden.

Diese müssen genau ausgerichtet und perfekt aufeinander abgestimmt sein. Bevor das Stimmen der Tonfedern erfolgen kann, müssen sie mit einem Präzisionsschraubendreher sicher am Uhrengehäuse angeschraubt werden. Das eigentliche Stimmen geschieht dann mit den kleinen Hämmerchen, die an die Tonfedern angeschlagen werden. Nun ist das geschulte Ohr des Uhrmachermeisters gefragt, der nun entscheiden muss, ob der Klang sauber genug ist oder nicht. Bei noch nicht perfektem Klingen des Tons werden die Federn noch einmal aus dem Gehäuse herausgenommen.

Mit geringfügigen Veränderungen an den Tonfedern, etwa durch Wegnahme einer kleinen Metallmenge mittels einer Feile, kann die Tonlage leicht verändert werden. Eine weitere Möglichkeit die Tonlage in gewünschter Weise zu verändern, besteht in kleinen Formänderungen der Tonfedern durch Biegen.

Wie funktioniert ein Minutenrepetition?

RepetitionsschlagwerkHeute verwendet man zur Tonerzeugung fast nur noch Tonfedern anstelle von Glocken. Glocken haben den entscheidenden Nachteil, dass sie mehr Platz im Gehäuse der Repetitionsuhr benötigen und damit nur schwer in einer kleineren Uhr unterzubringen sind. Tonfedern können dagegen wesentlich leichter auch in beengten Platzverhältnissen, wie in einer kleinen Repetitionsuhr, integriert werden. Sie haben aber den Nachteil, dass sie schwerer in die richtige Tonlage einzustimmen sind und daher ein gutes Gehör, sehr viel Erfahrung und ein großes Maß an Fingerspitzengefühl benötigen.

Das Geheimnis der Wiedergabe der Zeit besteht bei der Repetitionsuhr im Schlagwerk mit Minutenrepetition, das schon für sich alleine ein technisches Wunderwerk darstellt. Dieses besteht aus ca. 250 Einzelteilen, die präzise aufeinander abgestimmt sind und in großer Perfektion miteinander harmonieren. Bedenkt man, dass alle diese winzigen Einzelteile auf einer Höhe von nur etwa 2,2 mm untergebracht sind, bekommt man eine Vorstellung von der erforderlichen Fingerfertigkeit und Geduld des Uhrmachermeisters, der diese Miniaturtechnik mit großer Perfektion beherrscht.

Das heute meist verwendete Rechenschlagwerk stellt eine verbesserte Variante von Schlagwerk dar, da beim Repetirvorgang die akustisch wiedergegebene Zeit direkt vom Geh- und Zeigerwerk abgegriffen wird. Der Antrieb des Schlagwerkes erfolgt mittels einer Zugfeder, die über ein mehrstufiges Zahnradgetriebe kleine Hämmerchen auf die Tonfedern schlagen lässt. Eine integrierte Hemmeinrichtung, die meist aus einfachen Ventilatorenflügeln besteht, verlangsamt den Repetiervorgang und verhindert damit ein zu schnelles Ablaufen des Schlagwerkes.

IWC Grande Complication, eine Repetitionsuhr mit großer Tradition

IWC-Grande-Complication-Repetitionsuhr

Eine IWC Grande Complication besteht aus 659 mechanischen Teilen. Die sich drehenden Elemente dieser Repetitionsuhr mit Minutenrepetition sind in 75 Lagersteinen eingebettet. Diese Uhr ist in der Lage 17 verschiedene Funktionen in sich zu vereinen und beinhaltet alleine 12 Patente. Neben der üblichen Zeitanzeige hat diese Repetitionsuhr einen ewigen Kalender, mit dem man für die nächsten 500 Jahre sich das Datum, den Wochentag und den Monat anzeigen lassen kann. Außerdem besitzt diese Uhr eine ewige Mondphasenanzeige aus einem Goldfuß mit geschliffener Oberfläche.

Darüber hinaus ist diese IWC Grande Complication Repetitionsuhr mit einer Minutenrepetition ausgestattet. Dieses Repetitionsschlagwerk mit seiner Alles-oder-nichts-Funktion kann am linken Gehäuserand mittels eines Schiebers ausgelöst werden und den Repetiervorgang in Gang setzen. Bei dieser Betätigung werden zwei Tonfedern mit kleinen Präzisionshämmerchen angeschlagen, und zwar in der Weise, dass die Anzahl der tiefen Schlagtöne die Stundenzahl, die Anzahl der Doppelschläge die Viertelstunden und die Anzahl der hohen Töne die Minutenzahl anzeigt.

Diese Repetitionsuhr von Grande Complication ist in seiner Produktionsstückzahl limitiert und auf 50 Stück pro Jahr begrenzt. Der Antrieb der Uhr erfolgt durch ein Automatikwerk mit einer Gangreserve von 44 h. Diese Uhr kann wahlweise mit einem Gehäuse aus Platin, 18 Kt. Rosegold oder Gelbgold angeboten werden und ist wasserdicht bis zu einem Wasserüberdruck von 1 atm.

Patek Philippe, die kompetente Uhrenmanfaktur

Patek-Philippe-Minute-RepeaterEs gehört mit zum Markenzeichen von Patek Philippe, dass seine Arbeitsweise zur Herstellung von Uhren mit Repetitionsmechanismus mit hoher Kunstfertigkeit und Geschicklichkeit einhergeht. Komplizierte Luxusuhren herstellen zu können beweist endgültig die hohe Kompetenz der Designer und ihr Können und die Geschicklichkeit der Uhrmacher. Wenn Uhrmacher den Begriff Komplikation verwenden, so meinen sie damit jene Funktionen einer mechanischen Uhr, die über das normal übliche Anzeigemaß von Uhrzeit und Datum hinausgehen. Patek Philippe hat eine umfangreiche Erfahrung in der Herstellung von Uhren mit Repetitionsschlagwerk.

Diese Uhren mit Repetitionsmechanismus sind für viele von großem Nutzen durch ihre Datumsanzeige mit Jahreskalender mit seinen Zeitzonen- und Weltzeituhren. Patek Philippe hat sich durch seine intensive Arbeit ein einzigartiges Know-how auf dem Gebiet der Uhrmacherkunst erworben und kann auf diesem Gebiet mit einer konkurrenzlosen Erfahrung aufwarten. Auch durch die äußere Gestaltung der Ästhetik hat sich Patek Philippe durch verschiedene Uhrenkollektionen mit ihrem jeweils unnachahmlichen Stil eine besondere Beliebtheit bei seinen Kunden verschafft.

Kriterien beim Kauf einer Repetitionsuhr

Ein gut passender Anzug wird seinen Träger zumindest schon einmal äußerlich in einem wohlwollenden Licht erscheinen lassen. Dieser äußere Eindruck wird sich noch einmal in positiver Weise steigern, wenn zum Anzug eine passende Armbanduhr getragen wird. Es kommt natürlich auch auf den ganz persönlichen Geschmack an. Auch der Charakter des Trägers einer Armbanduhr mit Minutenrepetition spielt dabei eine Rolle. Soll die Uhr eher größer oder kleiner sein, schlicht und einfach wirkend oder eher auffällig und kompliziert?

Natürlich ist es besonders wichtig, dass man beim Kauf einer teuren Markenuhr mit Repetitionsmechanismus auch ein echtes Modell erwirbt und keine Fälschung erwischt. Leider ist auch auf dem Gebiet von teuren Markenuhren mit Minutenrepetition, bei denen es um viel Geld geht, bei Betrügern die Versuchung groß, billigere Nachahmungsmodelle als Echtheiten zu verkaufen. Man sollte auf jeden Fall sicherstellen, dass man genau weiß, was man zu kaufen beabsichtigt. Dies gilt umso mehr, wenn Händler oder Verkäufer im Spiel sind, die man nicht kennt.

Wie erkenne ich eine gefälschte Repetitionsuhr?

Die Kriterien zum Erkennen einer Fälschung liegen oft in den Details der Repetitionsuhr. Auf jeden Fall erfordert es schon ein gerütteltes Maß an Erfahrung und manchmal auch die Inanspruchnahme eines Uhrenexperten, um die Echtheit einer Markenuhr mit Repetitionsmechanismus zu erkennen. Die Überprüfung der Uhr auf deren Echtheit läßt sich in der Regel durch die Identifizierung ganz bestimmter Details auf optischem Wege durchführen. Hierzu zählen die Kenntnis ganz bestimmter verwendeter Materialien, wie auch die qualitative äußere Ausführung von Gehäuse, Krone, Armband, Drücker und anderen Äußerlichkeiten.

Eine besonderes Augenmerk sollte auch auf die Beachtung des Zifferblattes gelegt werden. Eine relativ sichere Methode ist auch der Vergleich der zu erwerbenden Uhr mit einem authentischen Exemplar, das als Referenz herangezogen wird.

Restauration einer Uhr mit Repetitionsuhrwerk – Anleitung zum selber Reparieren